Prebuilt Metriken in Intelligence Qube sind vordefinierte Kennzahlen, die im Hintergrund quellenübergreifend funktionieren. Du kannst sie in jeder Explore und in jedem Report verwenden, ohne wissen zu müssen, welche Datenquelle gerade welches Feld liefert.
Trennung von Messung und Planung
Prebuilt Metriken trennen strikt zwischen gemessenen Werten und Plan-Werten. Diese Trennung ist wichtig, damit Ist-Daten und Soll-Daten nebeneinander auswertbar sind, ohne sich gegenseitig zu überlagern.
- Mess-Metriken (z. B. iq.clicks, iq.impressions, iq.cost, iq.views, iq.completed_views): Werte kommen ausschließlich aus den Auslieferungsplattformen (Adform, Google Ads, Meta, TikTok Ads …). Media Desk ist hier keine Quelle, weil Media Desk ein Planungssystem ist und keine gemessene Auslieferung darstellt.
- Plan-Metriken (z. B. iq.budget_net_net, iq.planned_cpx_n_n, iq.planned_volume): Werte kommen ausschließlich aus Media Desk und repräsentieren Plan- und Buchungs-Werte aus der Allocation.
- Web-Analytics-Metriken (z. B. iq.visits, iq.visit_duration): Werte kommen aus den Web-Analytics-Tools (Google Analytics (GA4), Piwik PRO).
Daneben gibt es abgeleitete Metriken wie CpM, CpC, Click Rate, ROAS oder Delivery Rate. Diese rechnen auf Basis der oben genannten Grundmetriken, z. B. CpM als SUM(cost) / SUM(impressions) * 1000. Sie funktionieren automatisch, sobald die zugrunde liegenden Metriken Daten liefern.
Wie die additive Multi-Source-Formel funktioniert
Am Beispiel der Prebuilt Metrik Media Cost:
OPTIONAL_FIELDS(nm:adform:cost) + OPTIONAL_FIELDS(nm:amazon_dsp:totalCost) + OPTIONAL_FIELDS(nm:facebook:spend) + OPTIONAL_FIELDS(nm:google_ads:cost_micros / 1000000) + OPTIONAL_FIELDS(nm:linked_in:costInLocalCurrency) + OPTIONAL_FIELDS(nm:tiktok_ads:spend) + …
Die Formel addiert pro Datenzeile die Cost-Felder aller unterstützten Quellen. Der Trick liegt im Null-Verhalten von IQ: eine Datenzeile aus Meta enthält nur den Wert nm:facebook:spend; alle anderen Feldreferenzen sind in dieser Zeile null, und Addition mit null entspricht in IQ einer Addition mit 0.
Eine Zeile aus Meta liefert also genau den Meta-Spend, eine Zeile aus Google Ads den Google-Ads-Spend (mit der Mikro-Konvertierung), eine Zeile aus Adform die Adform-Cost. Im Report werden alle Zeilen über die ausgewählten Dimensionen aggregiert und ergeben die Summe über alle Plattformen.
Das OPTIONAL_FIELDS() um jeden Summanden ist wichtig: ohne dieses Wrapping würde IQ einen Fehler werfen, wenn ein Plattform-Feld in einem Datensatz nicht existiert. Mit OPTIONAL_FIELDS wird in solchen Fällen sauber null zurückgeliefert.
Sonderfall Google Ads: die Mikro-Konvertierung
Google Ads liefert sein Cost-Feld als cost_micros. Ein Wert von 5.000.000 entspricht 5 Euro. In der iq.cost-Formel ist deshalb die Division durch 1.000.000 hart einkodiert: nm:google_ads:cost_micros / 1000000. Andere Plattformen geben Cost direkt in der Währung aus.
Plan-Metriken aus Media Desk
Plan-Metriken wie Budget net/net, Planned CPX n/n und Planned Volume existieren nur in Media Desk und werden direkt aus dem entsprechenden Allocation-Feld bezogen:
OPTIONAL_FIELDS(nm:media_desk:allocation.buying.net_net)
Diese Metriken liefern nur in Datenzeilen aus Media Desk einen Wert — Plattform-Zeilen sind null. Beim Aggregieren über einen Line-Item-Kontext (z. B. mit Dimension iq.line_item.id) summiert sich die eine MD-Zeile zum Plan-Wert; alle Plattform-Zeilen tragen null bei.
Wichtig: Diese Plan-Metriken sollten in Reports immer zusammen mit einer Line-Item- oder Allocation-Dimension verwendet werden. Ohne diesen Gruppierungs-Kontext landet der Plan-Wert in einer einzigen Zeile (z. B. nur am Datum, an dem MD-Daten ingestiert wurden), was zu missverständlichen Auswertungen führen kann.
Web-Analytics-Metriken
Visits stammt aus Google Analytics (GA4) und Piwik PRO über das jeweilige sessions-Feld. Visit Duration kombiniert GA4 userEngagementDuration (Session-Engagement-Zeit) und Piwik PRO time_on_page (Zeit pro Pageview; in der Summe ergibt das die Gesamtzeit auf den Seiten).
Bei parallelem GA4- und Piwik-PRO-Tracking für dieselbe Domain kommt es zu Doppelzählungen. In solchen Setups sollte im Report nach Datenquelle gefiltert oder eine der beiden Quellen als Source of Truth definiert werden.
Drei Metriken bleiben absichtlich leer
Die Prebuilt Metriken Revenue, Leads und Orders werden ohne Formel ausgeliefert. Conversion-Tracking ist pro Kunde sehr individuell — welcher Conversion-Type zählt, welches Attribution-Window, welche Quelle gilt als Source of Truth. Diese drei Metriken sind deshalb dafür gedacht, im Kunden-Setup mit den konkret relevanten Plattform-Feldern befüllt zu werden.
Wie die drei konfigurierbaren Metriken befüllt werden, ist in einem eigenen Artikel beschrieben. Dort findest Du auch die Empfehlung zur Vermeidung von Doppelzählungen, wenn Adserver und Web Analytics dieselben Conversions melden.
Was im Report passiert
Prebuilt Metriken sind alle row-level. Sobald Du in einer Explore Dimensionen auswählst, summiert IQ die Werte automatisch über die ausgewählten Gruppierungen.
Quoten und Cost-per-X-Metriken (CpM, CpC, ROAS, Click Rate, eCPX, Delivery Rate usw.) sind dagegen result-level: sie werden erst nach der Aggregation auf Basis der bereits summierten Grundmetriken berechnet, damit z. B. ein Gesamt-CpM korrekt als Gesamt-Cost geteilt durch Gesamt-Impressions herauskommt — und nicht als Durchschnitt aller Zeilen-CpMs.
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