Finance Desk ist als Datenquelle in Intelligence Qube angebunden und liefert Beleg- und Buchungsdaten zu Debitoren (ausgehende Belege) und Kreditoren (eingehende Belege). Für die wichtigsten Auswertungs-Szenarien rund um Finance Desk stehen vier Prebuilt-Felder bereit: zwei Metriken für vorzeichenbehaftete Beträge und zwei Dimensionen zur Verknüpfung mit Media Desk.
Diese vier Felder sind Vereinfachungen, die das Arbeiten mit Finance Desk in IQ deutlich angenehmer machen — insbesondere wenn Reports über mehrere Systeme hinweg (Media Desk ↔ Finance Desk) gebaut werden sollen.
Übersicht
| Name | Typ | Zweck |
|---|---|---|
| cm:iq.debtor_amount_signed | Metric | Beleg-Betrag aus Debitor-Belegen mit korrektem Vorzeichen. |
| cm:iq.creditor_amount_signed | Metric | Beleg-Betrag aus Kreditor-Belegen mit korrektem Vorzeichen. |
| cd:iq.advertiser_match | Dimension | Einheitlicher Kunden-/Advertiser-Name über Media Desk und Finance Desk hinweg. |
| cd:iq.job_number_match | Dimension | Einheitliche Job-/Kampagnen-Nummer über Media Desk und Finance Desk hinweg. |
Diese Finance-Desk-Felder folgen derselben Namens-Konvention wie die übrigen Prebuilt-Felder (iq.-Prefix), sind aber bewusst an die Finance-Desk-Datenmodelle gekoppelt und nur in Accounts mit angebundenem Finance Desk sinnvoll nutzbar.
Vorzeichen-Logik bei Beleg-Beträgen
In Finance Desk werden alle Beleg-Beträge technisch als positive Werte gespeichert — auch Gutschriften und Stornierungen. Ob ein Betrag wirtschaftlich addiert oder abgezogen werden muss, ergibt sich erst aus dem Belegtyp. Wer in IQ naiv über alle Debitor-Belege summiert, bekommt deshalb Rechnungen und Gutschriften addiert statt verrechnet — was wirtschaftlich keinen Sinn ergibt.
Die beiden Prebuilt-Metriken nehmen diese Logik vorweg: sie liefern pro Beleg-Position bereits den Wert mit dem richtigen Vorzeichen, sodass eine einfache SUM-Aggregation im Report direkt den korrekten Saldo ergibt. Belegtyp-Filter oder manuelle Vorzeichen-Korrekturen entfallen.
cm:iq.debtor_amount_signed
Liefert den Netto-Beleg-Betrag aus Debitor-Belegen mit folgendem Vorzeichen-Verhalten:
- Rechnungen (invoice): positiv
- Gutschriften (credit): negativ
- Stornierungen (cancellation): negativ
- Alle anderen Belegtypen: 0
Wofür: Netto-Umsatz pro Kunde, Job, Sparte oder Zeitraum lässt sich direkt mit SUM auswerten, ohne sich um Belegtypen kümmern zu müssen.
cm:iq.creditor_amount_signed
Spiegelbildlich für die Kreditoren-Seite. Liefert den Beleg-Betrag aus Kreditor-Belegen mit folgendem Vorzeichen-Verhalten:
- Rechnungen (invoice): positiv
- Gutschriften (credit): negativ
- Gutschrifts-Stornierungen (credit_cancellation): negativ
- Alle anderen Belegtypen: 0
Wofür: Netto-Ausgaben pro Lieferant, Projekt oder Zeitraum direkt mit SUM auswertbar. Beachte den abweichenden Storno-Typ auf Kreditoren-Seite: dort heißt der Beleg credit_cancellation statt nur cancellation — das spiegelt den anderen Beleg-Lebenszyklus in Finance Desk.
Beide Metriken sind row-level. Im Report aggregiert IQ automatisch über die gewählten Dimensionen — eine Summe über alle Belege einer Kampagne ergibt direkt den Netto-Saldo.
Match-Felder für die Verknüpfung mit Media Desk
Finance Desk und Media Desk sind getrennte Systeme mit unterschiedlichen Feldnamen für denselben Sachverhalt: Was in Media Desk Advertiser heißt, ist in Finance Desk die Company; was in MD Campaign Nr heißt, ist in FD die Job Nr. Eine Plan-vs-Ist-Auswertung erfordert einen gemeinsamen Schlüssel, der über beide Systeme hinweg gleich aussieht.
Die zwei Match-Dimensionen liefern genau diesen gemeinsamen Schlüssel: je nach Quelle der Datenzeile wird das passende Feld aus dem jeweiligen System ausgelesen. Damit erscheinen Media-Desk- und Finance-Desk-Zeilen für denselben Sachverhalt in Reports unter einem einheitlichen Wert — Aggregationen funktionieren über Systemgrenzen hinweg.
cd:iq.advertiser_match
- Datenzeile aus Media Desk → Advertiser-Name aus MD
- Datenzeile aus Finance Desk → Company-Name aus FD
- Andere Quellen → null
Wofür: einheitlicher Kunden-Identifier in Reports, die Daten aus MD und FD nebeneinander stellen. Damit landen z. B. das Mediavolumen aus MD und der fakturierte Netto-Umsatz aus FD in derselben Tabellenzeile.
cd:iq.job_number_match
- Datenzeile aus Media Desk → Kampagnen-Nummer aus MD
- Datenzeile aus Finance Desk → Job-Nummer aus FD
- Andere Quellen → null
Wofür: Plan-vs-Ist-Auswertungen auf Job- oder Kampagnen-Ebene. Die Annahme dahinter ist, dass die MD-Kampagnen-Nummer und die FD-Job-Nummer für denselben Auftrag tatsächlich identisch sind — was in den meisten Setups so gepflegt wird, aber nicht garantiert ist.
Wenn die Job-Nummern in Finance Desk anders strukturiert sind als die Kampagnen-Nummern in Media Desk (z. B. mit Präfix oder Suffix), ergeben sich beim Aggregieren über diese Dimension getrennte Zeilen pro System. In solchen Fällen ist eine kundenspezifische Mapping-Logik nötig — entweder über eine eigene Custom Dimension oder über eine Normalisierung im Quellsystem.
Typischer Anwendungsfall: Plan-vs-Ist-Report
Die vier Felder spielen ihre Stärke aus, wenn sie kombiniert verwendet werden. Ein typischer Plan-vs-Ist-Report auf Kampagnen-Ebene sieht so aus:
- Dimensionen: cd:iq.advertiser_match + cd:iq.job_number_match
- Metriken (Plan): iq.budget_net_net — geplantes Budget aus Media Desk
- Metriken (Ist Umsatz): cm:iq.debtor_amount_signed — tatsächlich fakturierter Netto-Umsatz aus FD
- Metriken (Ist Kosten): cm:iq.creditor_amount_signed — tatsächlich angefallene Lieferantenkosten aus FD
Damit wird auf einen Blick sichtbar: was wurde geplant, was wurde wirklich fakturiert, und was wurde tatsächlich an Lieferanten ausgegeben — je Kunde und Job/Kampagne in einer einzigen Tabellenzeile.
Die Vorzeichen-Logik der beiden Beleg-Metriken sorgt dafür, dass diese Tabelle direkt nutzbar ist — ohne Belegtypen-Filter und ohne manuelle Vorzeichen-Korrekturen. Gutschriften und Stornierungen sind bereits korrekt verrechnet.
Was sich ändern kann
- Neue Belegtypen. Wenn Finance Desk neue Belegtypen einführt (z. B. Anzahlungen, Teilrechnungen), müssen die Vorzeichen-Metriken um entsprechende Branches erweitert werden. Aktuell unbekannte Belegtypen werden als 0 behandelt.
- Match-Felder pro Kunde anpassbar. Die Annahme, dass die FD-Job-Nummer der MD-Kampagnen-Nummer entspricht, gilt nicht in allen Setups. Bei Abweichungen kann die Match-Dimension pro Kunde mit einer Normalisierung (z. B. REGEXP_EXTRACT) versehen werden, um abweichende Schreibweisen zu vereinheitlichen.
- Brutto- vs. Netto-Beträge. Die Vorzeichen-Metriken nutzen aktuell die Netto-Felder. Wenn in einem Account die Brutto-Sicht (inkl. Steuern) gewünscht ist, lässt sich eine Brutto-Variante als kundenspezifische Custom Metric ergänzen.
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